McDonald’s ist mit grossem Abstand das grösste Unternehmen der Systemgastronomie weltweit und betreibt gegenwärtig laut Wikipedia:
ca. 31.000 Restaurants in über 100 Ländern unter der eigenen Marke. Dazu kommen noch verschiedene aufgekaufte, aber nicht in „McDonald’s“ umbenannte Restaurants verschiedener, vor allem amerikanischer Ketten („Partner-Brands“) sowie eine Minderheitsbeteiligung an der britischen Kette Pret A Manger. 2005 betrug der Umsatz des Konzerns weltweit rund 20,5 Mrd. US-$, der Gewinn belief sich auf ca. 2,6 Mrd. US-$.
McDonald’s ist einfach die Lizenz zum Gelddrucken.
Wie ist McDonald’s zu dem geworden, was es ist? Ganz einfach:
- durch konsequente Standardisierung seiner Produkte
- durch gnadenlose Rationalisierung und Automation seiner Prozesse
- durch eine hochintelligente und lückenlose Logistikkette
- durch ein extrem feinkörniges und genaues Controlling der Finanzen
- durch Globalisierung und weltweite Expansion des Geschäftsmodells
- durch perfekt gedrillte Mitarbeiter
- durch perfekte Abstimmung auf die Bedürfnisse seines Zielmarkts (junge Familien mit Kindern unter 13 Jahren)
Natürlich gibt es Feinkostläden und Restaurants für Gourmets und andere Geschäftsmodelle. Natürlich kocht in kleineren Läden wahrscheinlich der Chef selbst. Bei McDonald’s gibt es eben keine Würstchen oder Spaghetti oder Filet Stroganoff. Bei McDonald’s gibt es Hamburger oder Chicken McNuggets in höchstens 60 Sekunden nach Bestelleingang. Das in Perfektion und Weltweit. Das lässt sich ohne Probleme skalieren. Im Volumen und in die Regionen.
In naher Zukunft wird sich das Geschäft mit IT Outsourcing in ähnlicher Richtung entwickeln. Die Zeit, wo jeder grosse IT Service Provider für jeden alles gemacht hat und behauptet hat, dass er alles konnte sind vorbei. Das Gieskannen-Prinzip funktionierte nie und wird auch nie funktionieren. Bis jetzt schreiben deshalb die meisten der grossen Provider tiefrote Zahlen.
Es werden globale Serviceunternehmen sich herausbilden, die über Standardisierung und Rationalisierung ihre jeweils genau definiereten Zielmärkte weltweit bedienen werden. Es werden nicht die klassischen teuren Beratungsunternehmen sein (Accenture, CSC). Genausowenig wahrscheinlich wie die grossen Hersteller (IBM, Siemens, HP). Ob es die schwerfälligen IT Service-Dinosaurier schaffen, bleibt fraglich (T-Systems, EDS). So wie McDonald's aus San Bernardino, Kalifornien kam, Pizza Hut aus Wichita, Kansas und Burger King aus Miami, Florida, entsteht schon heute irgendwo auf der Welt der neue grosse IT-System-Service-Provider der nahen Zukunft. Da bin ich mir ziemlich sicher.

2 responses so far ↓
Stefan Heinz // 21. May 2006 at 16:49 |
ein wichtiger Aspekt ist auch das Franchising-Konzept, denn die 31.000 Restaurants gehören nicht alle McDonalds. Einige davon gehören Franchise-Nehmern.
D.h. fremdes Kapital gehört auch mit ins Konzept, wie eigentlich bei allen diesen Wachstums-Geschichten: Starbucks, Body Shop, etc. – wenn auch in unterschiedlichen Varianten.
Cem Basman // 21. May 2006 at 17:20 |
Ein IT Service Provider muss nicht flächendeckend mit Niederlassungen (zB. Franchising-Konzept) präsent sein, um flächendeckend seine Dienste anzubieten. Automatisierte Dienste wären sogar ja zentral in einem RZ.
Anders verhält es sich mit regionalen Kräften für Onsite Services beim Kunden. Beispielsweise einer Bank und seinen Filialen. Da wäre beim Dienstleister ein Franchising-Konzept eine der Optionen und durchaus denkbar.
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